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Ausstellungen 2003

 

Junge Kunst: transkulturell                                                      

Lise Harlev, Yael Bartana, Oliver Musovik, Jun Yang

  

19.01. – 02.03.2003
 
Kunst wurde in der Vergangenheit als ein von einem kulturellen Raum geprägtes Phänomen betrachtet. Die Technisierung aller Kontinente verursachte eine kulturelle Durchlässigkeit, die auch zu einem intensiven Austausch innerhalb der bildenden Kunst führte. 
Die daraus entstandene sogenannte globale Kunst hat unendlich viele Facetten, neben der Euphorie für eine jetzt weltlich und nicht mehr westlich geprägte Kunst entstand ebenso die Angst vor einer möglichen Auflösung jeglicher kultureller Identität.
 
Diese Ausstellung zeigt Positionen einer jungen Künstlergeneration, die unter dem Blickwinkel sehr persönlicher Erfahrungen und Fragestellungen diesen Themenkomplex bearbeitet.

Yael Bartana wurde 1970 in Israel geboren und lebt und arbeitet heute in Israel und den Niederlanden. Ihre 7-minütige Videoarbeit „Trembling Time“ wurde während einer staatlich verordneten Schweigeminute am Gedenktag für die Gefallenen der israelischen Kriege in Tel Aviv gedreht.

Lise Harlev (geb.1973) lebt und arbeitet in Dänemark und Berlin. „Glaubst du, dass deine Nationalität Auswirkungen auf die Art und Weise hat, wie die Menschen deine Kunst verstehen?“ Den Antworten auf diese Frage verleiht Lise Harlev in ihren Plakaten Gestalt.
 
In Skopje, Mazedonien, lebt und arbeitet Oliver Musovik. (geb.1971). Die Fotoserie „Nachbarn 2“ zeigt Szenen vom Hof des Gebäudekomplexes, in dem der Künstler lebt. Dieser Hof wird mit einfachsten Mitteln von den Mietern gestaltet und gemeinschaftlich genutzt. Unter Ausblendung der Menschen, in der Art einer kriminologischen Tatortfotografie sind diese Bilder aufgenommen. Wir, als Betrachtende, werden vor ihnen durch unseren eigenen, westeuropäisch geprägten Blick mit den sich daraus ergebenden Differenzen des Dort und Hier konfrontiert.    
 
Der in China geborene Jun Yang (geb.1975) lebt und arbeitet in seinem Heimatland und in Österreich. Als Vierjähriger emigrierte er mit seinen Eltern nach Wien. Fragen nach der Bedeutung seines Namens, der mit „Soldat Holzer“ übersetzt werden kann, sind in seiner Videoarbeit Ausgangspunkt für eine Schrift-Bild-Erzählung über das Eigene und das Fremde.
 
Alle Arbeiten wurden zuvor auf der „Manifesta 4“ gezeigt, der europäischen Biennale zeitgenössischer Kunst, die 2002 in Frankfurt/Main stattgefunden hat.
 
 
  
 

 

 

Freiraum – Anita Stöhr Weber, Kim Nekarda

06.04. – 18.05.2003

Der Verweis des Anwesenden und Sichtbaren auf das Abwesende und Unsichtbare kennzeichnet die Arbeiten der 1958 geborenen, in Berlin lebenden Anita Stöhr Weber. Ihre Farbstücke bestehen aus nichts als Farbpigmenten und Bindemittel, die als fragile Farbhäute von dem ursprünglichen Farbuntergrund, meist aus Holz, abgelöst wurden.
 
Vereinzelt bleiben Spuren davon auf der Rückseite zurück, die nun als Vorderseite, frei vor der Wand schwebend, aufgehängt werden. Sie bieten sich den Betrachtenden als monochrome Frei- und Projektionsfläche für eigene Assoziationen an. Siebdrucke auf Büttenpapier zeigen Farbe nur an den Kanten der Blätter, denn nur die Rückseite wurde bedruckt. Das einem traditionellen Bild Eigentliche, die Farbe, kann nur erahnt werden.

 Kim Nekardas großformatige Acrylbilder ergänzen die Ausstellung. Der 1973 in Giessen     geborene Künstler studierte bei Günther Förg an der Akademie der bildenden Künste in München. In Nekardas Bildern bleibt die Mitte als Ort einer möglichen Handlung frei.
 
Das diese Mitte umgebende Szenarium einer Landschaft ist dagegen äußerst komplex. Nekarda hat am Computer Details aus Landschaftsdarstellungen verschiedener Epochen und Kulturkreise bearbeitet und dann in eins gesetzt, von Rousseau über den japanischen Meister des Holzschnitts Hiroshige bis zu Herge, dem Graphiker, der mit seiner Comicserie „Tim und Struppi“ Kultstatus erreichte. Mit der Rückübersetzung der Computerbilder in eine betont flächige Malerei findet Nekarda zu einer sehr persönlichen  Bildsprache.
 

 
 
 
 

  

Fotografie und Alltagsrealität                                                        

15.06. – 03.08.2003
 
Fotografische Serien, die die Brüche gesellschaftlicher wie privater Realität zeigen, nicht als Behauptungen authentischer Wirklichkeit, sondern als ins Bild gesetzte Reflexionen und Interpretationen des Abgebildeten, werden in dieser Ausstellung zu sehen sein.

Die Ränder der gigantischen, asiatischen Megacities porträtiert Peter Bialobrzeski (geb.1961) in seiner Serie „Neon Tigers“, die in diesem Jahr mit dem renommierten World Press Award ausgezeichnet wurde.
Massentourismus und Individualität im spanischen Benidorm und Facetten des Alltäglichen in China sind Bildthemen von Gunnar Knechtel (geb.1970), der in Barcelona und London lebt und arbeitet.
 
„Circus-Work“ ist eine Dokumentation des Privaten, in der der britische Fotograf
Peter Lavery (geb.1948) die Lebens- und Arbeitswelt von Artisten in einer Serie von schwarz-weiß Fotos, die 1972 begonnen wurde, beobachtet.

Als inhaltliche Ergänzung und Vorausschau auf die folgende Ausstellung wird im Außenraum das Video „Bolek“ von Tamara Grcic gezeigt, ein Porträt der 24-jährigen, in Frankfurt/Main lebenden polnischen Roma, Bolek Pawlowska.   

 
  
 
 

 

 

Tamara Grcic – Installation                                            

24.08. – 05.10.2003
 

Die heute in Frankfurt lebende Künstlerin Tamara Grcic, geb.1964, studierte in Wien Kunstgeschichte bevor sie sich der Kulturanthropologie und der freien Kunst zuwandte mit einer Ausbildung an der Städelschule in Frankfurt.
 
„Mich interessiert nicht das Herstellen von Dingen, sondern ihr Auffinden,“ so hat die Künstlerin ihr Programm umschrieben. Zentraler Punkt ihrer Kunst ist denn auch die Suche nach dem Unbekannten im vermeintlich Vertrauten, in einer Spannung zwischen Kultur und Natur.
 
Ihre Liebe gehört dem Detail. Dabei werden Früchte und Blumen, der Körper des Tieres und der Menschen zu Paradigmen einer Naturhaftigkeit, die Strukturen einer zivilisatorischen Ordnung in sich aufgenommen haben, in ihnen aber keineswegs aufgehen.
Ihre Ausdrucksweisen sind vielfältig. Fotographische Serien und Videoproduktionen stehen neben raumgreifenden, Installationen und Arbeiten in öffentlichen Räumen.
 
Tamara Grcic Arbeiten wurden in den letzten Jahren mit einer Reihe von Auszeichnungen gewürdigt. Im Jahr 2000 erhielt sie den Maria Sybilla Merian Preis, 2002 den Preis der Leipziger Volkszeitung.
  
 
 
 

 
 

Hans Friedrich Geist (1901-1978)  -  „Das Pathos der Distanz“                 

26.10. – 07.12.2003


Der Kunstpädagoge Hans Friedrich Geist lebte von 1934 bis zu seinem Tod 1976 in Lübeck. Nach dem Krieg war er von 1958 –1962 künstlerischer Leiter der Overbeck-Gesellschaft. In dieser Zeit wurden wichtige Ausstellungen zur Konstruktiven Malerei, zum graphischen Werk Max Beckmanns und auch zum Kunsthandwerk gezeigt.

Anlässlich des Erscheinens einer Publikation über ihn, die sein Sohn Jonas Geist, Professor an der Universität der Künste in Berlin zusammen mit Rainer Wick, Professor für Kunst und Kulturpädagogik an der Universität Wuppertal, herausgibt, wird die Overbeck-Gesellschaft die erste Station einer Ausstellung sein, die in biographischen Sequenzen den Weg der Entwicklung Hans Friedrich Geists nachzeichnet.
 
Die drei Lebensstationen Weimar, Halle und Lübeck werden in schriftlichen Zeugnissen, Fotos aus dem Besitz der Familie und Arbeiten aus seinem Unterricht dargestellt. Die Publikation übernimmt die Funktion eines Katalogs und enthält eine Bibliographie seiner Schriften und Aufsätze zu den einzelnen Aspekten seiner Arbeit.