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Re-Art. Readymade recycelt

feat. Precious Plastic

19 Juni - 30 August 2020 - Overbeck-Pavillon

Monica Bonvicini, Birte Bosse, J. Georg Brandt, Mandy El-Sayegh, Janine Gerber, Dave Hakkens, Jeppe Hein, Yngve Holen, Dorota Jurczak, Joep van Liefland, Andreas Peiffer, Dan Peterman, Thomas Rentmeister, Bettina Thierig, Pae White u.a.

Plastik begegnet uns überall auf der Welt und in praktisch jeder Lebenslage. Ob als Elektrogerät, Möbel, Verpackung für Lebensmittel, Waschmittelbehälter oder Spielzeug, ob im Büro, im Straßenverkehr oder Zuhause, Plastik kann praktisch jede Form annehmen, jede Funktion erfüllen und ist in allen Farben erhältlich. Es ist billig und leicht zu transportieren. Doch die Schattenseiten treten immer deutlicher zutage. Plastik wird aus Erdöl hergestellt und ist nicht biologisch abbaubar. Grundsätzlich ist Plastik recycelbar, dennoch landen bis zu 90% des gesamten Kunststoffes in den Meeren oder auf Müllhalden, weil es wirtschaftlicher ist neues Plastik für die Produktion zu verwenden.
Seit 2013 versucht der niederländische Designer Dave Hakkens mit seinem Recyclingprojekt „Precious Plastic“ auf das Plastikmüllproblem aufmerksam zu machen, indem er ihn als eine Ressource für die (Industrie-)Produktion ins Bewusstsein rückt. Er hat vier Maschinen entwickelt, mit denen Plastik auf lokaler Ebene recycelt werden kann und hat die Baupläne open-source im Internet veröffentlicht. So hat sich eine internationale Gemeinschaft aus tausenden Nutzern gebildet, die das Konzept ständig weiterentwickelt und bekannter macht.
In der Ausstellung „Re-Art. Readymade recycelt“ in der Overbeck-Gesellschaft werden vom 19. Juni bis 30. August diese Maschinen für jeden Besucher im Rahmen von Workshops benutzbar sein. Dabei wird der gesamte Recyclingprozess exemplarisch durchlaufen. Gemeinsam werden wir den gereinigten Plastikmüll sortieren, zu Granulat verarbeiten, schmelzen und in neue Formen gießen. Eine Auswahl von bereits hergestellten Produkten soll die Bandbreite der Möglichkeiten abbilden, was aus Plastik hergestellt werden kann. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit zahlreichen Vorträgen und Workshops zu den Themen „Formenbau“, „Produktion“, „Recycling“ und „Clean up“ vertiefen die global bedeutsame Thematik.
Außerdem wurden Künstler eingeladen, Entwürfe für Objekte einzureichen, die in der Ausstellung hergestellt werden können. Bei den einzelnen Formen handelt es sich um Auflagenobjekte mit Unikatcharakter, denn jede Umsetzung erfolgt nach individuellen Vorgaben, zum Beispiel durch die Farbgebung. Die Höhe der Auflage dieser Editionen ergibt sich am Ende der Ausstellung je nach Interesse für einzelne Formen. Darüber hinaus sind interessierte Besucher eingeladen, Ideen für eigene Objekte mitzubringen und umzusetzen. So kann am Ende jeder Besucher Bestandteil derAusstellung werden. Marcel Duchamps Idee des Readymade, der Hervorhebung von Alltags gegenständen als
künstlerische Artefakte, wird auf eine neue Realisationsstufe gehoben.

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DEU, Luebeck, Juli 2020, Ausstellung RE_ART in der Overbeck Gesellschaft, Copyright photo: Fred Dott, Hamburg, www.freddott.de
Re-Art. Readymade recycelt feat. Precious Plastic, 2020, Ausstellungsansicht, Foto: Fred Dott
DEU, Luebeck, Juli 2020, Ausstellung RE_ART in der Overbeck Gesellschaft, Copyright photo: Fred Dott, Hamburg, www.freddott.de
Re-Art. Readymade recycelt feat. Precious Plastic, 2020, Ausstellungsansicht, Foto: Fred Dott
DEU, Luebeck, Juli 2020, Ausstellung RE_ART in der Overbeck Gesellschaft, Copyright photo: Fred Dott, Hamburg, www.freddott.de
Re-Art. Readymade recycelt feat. Precious Plastic, 2020, Ausstellungsansicht, Foto: Fred Dott
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Re-Art. Readymade recycelt feat. Precious Plastic, 2020, Ausstellungsansicht, Foto: Fred Dott
DEU, Luebeck, Juli 2020, Ausstellung RE_ART in der Overbeck Gesellschaft, Copyright photo: Fred Dott, Hamburg, www.freddott.de
Re-Art. Readymade recycelt feat. Precious Plastic, 2020, Ausstellungsansicht, Foto: Fred Dott
DEU, Luebeck, Juli 2020, Ausstellung RE_ART in der Overbeck Gesellschaft, Copyright photo: Fred Dott, Hamburg, www.freddott.de
Re-Art. Readymade recycelt feat. Precious Plastic, 2020, Ausstellungsansicht, Foto: Fred Dott
DEU, Luebeck, Juli 2020, Ausstellung RE_ART in der Overbeck Gesellschaft, Copyright photo: Fred Dott, Hamburg, www.freddott.de
Re-Art. Readymade recycelt feat. Precious Plastic, 2020, Ausstellungsansicht, Foto: Fred Dott
DEU, Luebeck, Juli 2020, Ausstellung RE_ART in der Overbeck Gesellschaft, Copyright photo: Fred Dott, Hamburg, www.freddott.de
Re-Art. Readymade recycelt feat. Precious Plastic, 2020, Ausstellungsansicht, Foto: Fred Dott
DEU, Luebeck, Juli 2020, Ausstellung RE_ART in der Overbeck Gesellschaft, Copyright photo: Fred Dott, Hamburg, www.freddott.de
Re-Art. Readymade recycelt feat. Precious Plastic, 2020, Ausstellungsansicht, Foto: Fred Dott
Christoph Faulhaber

Para Social

24 Juli - 30 August 2020 - St. Petri zu Lübeck

Bei Para Social (2018/20) des Hamburger Künstlers Christoph Faulhaber handelt es sich um eine interaktive Arbeit aus
mehreren, im Durchmesser drei Meter großen, verschieden farbigen Gummibällen. Sie liegen parallel im Kirchenraum von St. Petri, und Besucher müssen sich durch leichtes Bewegen der Objekte ihren Weg zwischen den Bällen bahnen. Eine Betracht-ungsart der Installation lenkt den Blick auf den Charakter eines Spektakels und einer Infantilisierung bis Profanisierung, die niedlich oder lächerlich, bunt aussieht, aber bedrohlich wirkt – wie ein riesiges Bällebad bei Ikea.
Ganz aktuell in der Corona-Krise steht die Lesart unter dem Begriff des „social distancing“ im Vordergrund. Para Social verdeutlicht interaktiv, was die Mitglieder einer Gesellschaft auseinander drängt, was dazwischen steht oder angewachsen ist, mit welcher Umsicht, Vorsicht, Angst und welchem Grad an Kontrolle wir diese neuen Räume (von Angst und Sicherheit) durchqueren. Unter parasozialer Interaktion wird ein besonderes soziales Verhalten verstanden, gekennzeichnet dadurch, dass ein Akteur mit Individuen oder Gruppen interagiert, deren Hörbereitschaft, Antwortfähigkeit oder gar Existenz völlig dahinstehen, jedoch organisatorisch fingiert werden – wie mit den überdimensionierten Bällen in der Ausstellung in der Petri-Kirche. „Das Phänomen ist sehr alt,“ schreibt der Medienwissenschaftler Lars Rummel. „Agnostisch genommen fällt auch das Gebet darunter, beziehungsweise seit der Ur- und Frühgeschichte das innere Gespräch mit Verstorbenen. Wissenssoziologisch fällt es in den Bereich der gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit.“

Eine Kooperation der Overbeck-Gesellschaft und des St. Petri Kuratoriums.

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Ausstellungseröffnung Christoph Faulhaber - Revolution und Architektur am Freitag (15.06.2018) in Osnabrück (Niedersachsen). Foto: Friso Gentsch
Christoph Faulhaber, Para Social, 2017, Installationsansicht Kunsthalle Osnabrück, © Friso Gentsch
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