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Mi. 26.01.2022
19:00 Uhr
Großer Saal der Gemeinnützigen (Königstr. 5, Lübeck)

Carl Georg Heise – Der gegenwärtige Augenblick

Eine Vortragsreihe der Overbeck-Gesellschaft und des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Hamburg

Vorträge

9. Ute Haug und Jakob Hahn: Die Hamburger Kunsthalle und Carl Georg Heise als ein „Wegbereiter“. Kritische Befragung seines Wirkens im Nachkriegsjahrzehnt

10. Kathryn Brush: Heise und Amerika

 

Der deutsche Kunsthistoriker Carl Georg Heise (* 1890 in Hamburg) gilt als wegweisender Museumsdirektor zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Von 1920 bis 1933 leitete er die Lübecker Museen und von 1945 bis 1955 die Hamburger Kunsthalle. Seine kuratorische Praxis orientierte sich an kunstübergreifenden Präsentationsansätzen, die Bildende Kunst mit dem Kunsthandwerk oder den öffentlichen Raum mit dem White Cube eines Museums verknüpfte. Heute würde man diese Herangehensweise als eine an der Bildwissenschaft orientierte bezeichnen, die nicht zuletzt enorm durch seinen Mentor und Freund Aby Warburg (1866–1929), dem großen Reformator der klassischen Kunstgeschichte, beeinflusst worden ist. 
Nach dem Studium der Kunstgeschichte in Freiburg, Halle, München, Berlin und Promotion in Kiel wurde er 1916 Mitarbeiter der Hamburger Kunsthalle unter Direktor Gustav Pauli (1866–1938). 1920 ging Heise als Museumsdirektor des St. Annen Museums und Leiter der Overbeck-Gesellschaft nach Lübeck und prägte das Kulturleben der Stadt entscheidend. Auf seine Initiative geht die Gründung des Museums Behnhaus 1921 zurück, das er im Laufe der Jahre als bedeutendes Museum der Gegenwartskunst etablierte. In diesem Zuge baute er eine beachtliche Sammlung expressionistischer Kunst auf. Gleichzeitig war er einer der ersten Museumsdirektoren, der die Fotografie, im Sinne Warburgs, als künstlerisches Medium betrachtete, und sie in seine Ausstellungs- und Sammlungskonzeption mit einbezog. Im öffentlichen Raum initiierte Heise in Lübeck die Museumskirche St. Katharinen, die er als eine  Skulpturenhalle für Kunst aus dem Ostsee-Raum verstand, und für deren Außenfassade er Werke von Ernst Barlach (1870–1938) erwarb. Nach seiner Zwangspensionierung 1933 durch die Nationalsozialisten lebte Heise in Berlin und arbeitete dort für den Gebr. Mann-Verlag, bevor er ab 1945 die Hamburger Kunsthalle wieder an die international bedeutenden Kunstströmungen heranführte und als eine der wichtigsten Kunstinstitutionen in Deutschland etablierte. Heise verstarb am 11. August 1979 in Hamburg.

Eine Vortragsreihe der Overbeck-Gesellschaft und des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Hamburg. In Kooperation mit den Lübecker Museen, dem Warburg-Haus in Hamburg, der Gemeinnützigen und dem ZKFL in Lübeck.

Eintritt:
frei